Natürlich: Eine moderne Seite muss XHTML sein. Nur: warum eigentlich? Was hat das für
Vorteile? In Wahrheit: keine. Aber man muss ja mitreden können.
XML, HTML -> XHTML
XML hat mit dem Web eigentlich wenig zu tun: XML hat sich in den letzten Jahren
als universelles und allgemeines Austauschformat für Daten etabliert. Egal ob Audio-Playlists, Adresslisten
oder Lagerbestände;
XML kommt der Art, wie moderne Programme Daten verwalten sehr entgegen, deswegen lassen sich sehr leicht
Export- und Import-Funktionen programmieren.
XHTML ist eine besondere Form von XML, die - abgeleitet von HTML - speziell für das Web definiert wurde. HTML und XML (und damit XHTML) haben gemeinsame Wurzeln und sind
deswegen ohnehin sehr ähnlich.
XHTML
ist also der kleinste gemeinsame Nenner von XML und HTML: Die Auszeichnungen stammen von HTML, die strenge
Struktur von XML.
Fehlerhafter Code: Der gutmütige Internet-Explorer zeigt trotzdem nur eine langweilige Webseite an,
mit Firefox bekommt man aber eine richtig schöne Fehlermeldung.
|
Die wesentlichen
Unterschiede: HTML kennt sehr viele Ausnahmen/Abkürzungen und muss vom Browser sehr fehlertolerant behandelt
werden. Bei XHTML wurden die Schrauben wieder angezogen: Fehler werden nicht toleriert und es gibt weniger
und neue Ausnahmen.
Was bedeutet das jetzt:
XHTML ist ein reduziertes HTML und kann deswegen das selbe oder weniger wie HTML. XHTML kann also nichts, was HTML nicht auch kann. Der eigentliche - und wesentliche - Unterschied ist: HTML
kann "schlampig" sein, XHTML nicht. Eine XHTML-Seite muss richtig geschrieben sein und muss richtig dargestellt werden.
Ein Browser, der HTML halbwegs darstellen kann, kann prinzipbedingt auch XHTML halbwegs darstellen, er muss nicht besonders XHTML-fähig sein. Aber: Wenn er speziell XHTML unterstützt,
stellt er sie vielleicht anders dar.
Und was bedeutet XHTML für Suchmaschinen?
Da ein Suchmaschinen-Spider eine Seite nicht darstellen muss, sind ihm die Regeln zur Darstellung egal. Er kann daher ohne Probleme die Seite nach den HTML-Regeln analysieren. Dazu muss
er nicht einmal die DTD (Typ-Definition) kennen, er kann XHTML und HTML über den selben Kamm scheren. Von daher macht es keinerlei Unterschied. Es könnte sein, dass XHTML dereinst
anders geparst wird, im Indexer ist aber wieder kein Unterschied.
Bleibt noch die Frage, ob eine Suchmaschine annehmen kann, dass eine XHTML-Seite irgendwie "höherwertig" wäre. Für diese Annahme gibt es keine ernst zu nehmenden Gründe.
Was man so hört zum Thema XHTML (XML):
XHTML wird sauberer dargestellt!
Unsinn: XHTML wird genauso dargestellt wie ordentliches HTML. Dabei ist mit "ordentlich" nicht unbedingt "valide" gemeint:
Eine valide Seite kann völlig falsch dargestellt werden, eine nicht-valide Seite hingegen völlig
richtig. Eine fehlerhafte HTML-Seite wird "irgendwie" dargestellt, eine fehlerhafte XHTML-Seite uU.
gar nicht. Unterschiede in der Darstellung ergeben sich nicht aus der Darstellung von (X)HTML, sondern von
CSS.
Mit XHTML wird Inhalt und Struktur getrennt!
Die Trennung von Inhalt und Struktur ist ein Grundprinzip von HTML – von 1 bis X. Aufgrund der sorglosen
Verwendung von WYSIWYG-Editoren und der einfachen Möglichkeit, komplexe Formatanweisungen direkt in den
Code zu schreiben, hat HTML einen etwas schlechten Ruf bekommen. Diese Möglichkeiten sind in XHTML stark
eingeschränkt und werden deswegen in Richtung schlampiges CSS ausgelagert. Am Prinzip ändert das
nichts.
XHTML ist barrierefrei!
Diese Aussage ist Grund genug für eine Abschussgenehmigung. XHTML ist natürlich weniger oder maximal genauso barrierefrei wie HTML, weil Geräte/Software erst umgestellt werden
müssen.
Seiten mit XHTML können auch auf mobilen Endgeräten( PDAs oder Handy) betrachtet werden.
Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis man sich Handys mit 17" Schirm ans Ohr hält, womöglich
wird das nie passieren. Und selbst dann würde es normales HTML auch tun. Dass auch Google keine XHTML-Ergebnisseiten
hat, zeigt, wie groß der Bedarf ist. Gab's da nicht mal WAP dafür? – egal, vergessen.
XHTML kann auch von völlig anderen Geräten interpretiert werden.
Was auch immer "völlig andere Geräte" sind: Hier wird schlichtweg die oben erwähnte
universelle Verwendbarkeit von XML ins Spiel gebracht. Natürlich kann ein Bestückungsmanipulator
seine Daten als XML bekommen, ob er dazu auf meine Website zugreift? – Ich bezweifle es.
XHTML ist einfach die Zukunft!
Derzeit kommt so ziemliX niX ohne X aus: XP, MX, Xbox, Xtra. XML und XHTML also voll im Trend. Aber vielleicht
hat ja Adobe den längeren Atem und XHTML wird schon demnächst von CSHTML und CSML abgelöst.
Mit CSS hat Adobe ja schon mal den Fuß in die Tür gesteckt. ;-)
|