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Plaudern aus dem Nähkistchen

Reden wir über Besucherzahlen

Reden wir über Besucherzahlen

Über – konkrete - Besucherzahlen wird ebenso ungern wie über das Gehalt gesprochen. Naja: Über Größenordnungen kann man ja mal plaudern.
Wir reden hier von "typischen" Websites, auf Foren und dgl. ist das nicht übertragbar.

Ebenso wie das Vermögen – oder das Gehalt – recht ungleich sind, sind auch die Besucherströme im Internet sehr ungleich verteilt: Die Meisten haben nur wenig, einige Wenige haben fast alles.
Facebook. Wikipedia, Google bekommen den größten Teil aller Seitenbesuche ab, Heidis Frisierstube.com muss mit 100 Besuchern im Monat das Auslangen finden.

Wieviele Besucher sollte meine Website haben?

Ich beobachte ungefähr 60 Websites per Google Analytics: Besucherzahlen und -verhalten, mobile Nutzung, Einstiegsseiten, Absprungverhalten,…
Dadurch habe ich natürlich einen guten Überblick, was üblich ist – und warum. Das reicht vom selbständigen Landvermesser mit „nur“ 100 Besuchern/Monat bis zur sehr alten und umfangreichen Website über ein allgemein populäres Thema mit 180000 / Monat.
Gleich vorab: Die meisten liegen näher am Landvermesser.

Frage dich zunächst: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Schüler unter der Schulbank deine Website ansieht, und womöglich den Link unter Freunden verbreitet?
Als Hersteller von Gas-Analysegeräten wirst du dich wahrscheinlich noch hinter Heidis Frisierstube einreihen müssen, etwas besser wirst du es als Tätowierer haben, deutlich besser als Anbieter von Copy/Paste-Schulaufsätzen.

Konkret kann man sagen: Jede Website sollte mindestens etwa 300 Besucher im Monat haben, das ist das Grundrauschen. Wenn du weniger hast, geht es um ein sehr spezielle Thema – oder es ist etwas faul.

Natürlich spielt auch der Umfang deiner Website eine Rolle. Grob kann man sagen: Pro vollwertiger Seite solltest du 1 Besucher / Tag haben. Vollwertig heißt: Eine Seite mit mindestens 1000 Zeichen sinnvollen Inhalt; dazu gehören also üblicherweise nicht die Startseite, Bildergalerien und das Impressum. Ein Rechenbeispiel für eine typische, kleine Website: 10 Seiten = 10 Besucher/Tag x 30 Tage = 300 pro Monat. Kann das Doppelte sein oder die Hälfte, aber nur selten das 10 oder gar 100fache.

Responsives Webdesign

Google unterscheidet mittlerweise sehr stark zwischen mobiler Suche und Desktop, und bietet mitunter völlig verschiedene Ergebnisse an.
Da die Zugriffe durch Smartphones mittlerweile fast die Hälfte ausmachen, kann es sich sehr deutlich auswirken, wenn eine Site nicht für kleine Bildschirme geeignet ist.

Wenn deine Website responsiv ist (also für Smartphones UND für Desktop-PCs geeignet), schau dir in Analytics mal das Verhältnis Smartphones/Tablets/Desktop an.

Tendenziell kann man sagen: Je höher der Anteil an Desktop-PCs, umso spezieller das Thema deiner Website. Wenn du nur 10% Smartphone-Anteil hast, bist du entweder Landvermesser, Schraubenhersteller oder Rohr-Wandstärken-Prüfer – und hast natürlich relativ wenige Besucher.
(Wenn deine Site NICHT responsive ist, ist die Statistik sinnlos, weil die Hälfte fehlt)

Es zählt, was bleibt

Kommen wir zurück zu Heidis Frisierstube. 3 Besucher am Tag sind wenig, aber wenn jeden Tag einer dabei ist, der auch physisch zu Heidi kommt – und ab jetzt jede Woche! - hat Heidi eine sehr gute Website. Zumindest weit besser als der, der Schulaufsätze anbietet und von den kargen Werbeeinnahmen leben muss.

Was letztlich zählt, ist das was rauskommt.

Kommentare:

Diese Site hier - site-check.cc - hat etwa 7000 Besucher/Monat. Obwohl sie responsiv ist, liegt der Anteil an Mobilen Geräten nur bei etwa 10%. (Vor der Umstellung: 4%)
Das bedeutet, dass das Thema SEO und SEM nicht gerade nebenbei in der Straßenbahn gesucht wird.
Ahja: Die Werbeeinnahmen aus den Google-Anzeigen bekomme nicht ICH, sondern sie werden von Google direkt an jemanden überwiesen, der sie besser brauchen kann.

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