Der Wert des Links:

PageRank

PageRank

Die Verbindung des PageRank-Verfahrens mit einer vergleichsweise simplen Suchmaschine hat das zweite große Sauriersterben ausgelöst: Google hat den Suchmaschinen-Markt revolutioniert.

Die Idee des PageRank ist leicht nachvollziehbar: Wenn viele Menschen einen bestimmten Arzt empfehlen, dann wird dieser Arzt wohl gut sein. Es ist auch einleuchtend, dass die Empfehlung von Ärzten mehr Gewicht hat als von Laien und natürlich hat die Empfehlung von einem Arzt, der selbst oft empfohlen wird, das höchste Gewicht überhaupt.

Weil dieses einfache und an der Realität orientierte Prinzip sowohl gute Treffer liefert als auch sehr schwer zu manipulieren ist, hat es sich allgemein durchgesetzt und Google zur populärsten Suchmaschine gemacht.

Ein Link ist eins/die Zahl der Links wert (egal woher oder wohin). Bei 4 Links hinaus zählt also jeder nur ein Viertel. Je mehr Punkte eine Seite bekommt, desto mehr PageRank hat sie. Innerhalb des gesamten Web ist alles im Gleichgewicht, weil auf jede einzelne Seite, die auffindbar ist, natürlich zumindest ein Link zeigen muss.

Ein höherer PageRank ergibt sich, wenn auf eine Seite ein Link von einer anderen Seite kommt. Es hat aber nichts damit zu tun, wie hoch der PageRank der verlinkten Seite ist; die Summe aller PageRanks im gesamten Web bleibt gleich.
Der PageRank ist Seiten-bezogen; auf die Berechnung an sich hat die Zusammengehörigkeit einer Site keinen Einfluss.

Soweit die Theorie.

In der Umsetzung gibt es allerdings einige Schwächen. Die "nackte" Berechnung des PageRank funktioniert nur sauber, wenn jede Seite mit einer anderen verbunden ist. Typische Sites haben aber eine andere Struktur; oft baumartig von der Startseite weg mit vielen Enden, die auf keine andere Seite zeigen. Hereinkommende Links zeigen wiederum meistens auf die Startseite, die aber oft nur wenig Text enthält, überhaupt wenn es sich um ein Frameset handelt. Einzelne Seiten bekommen also viele Links und andere geben viele. Gesucht wird aber letztlich nach Suchbegriffen und nicht nach dem PageRank.
Einfacher gesagt: Die Seiten mit dem relevanten Inhalt haben oft den niedrigsten PageRank innerhalb einer Site und umgekehrt.

Speziell die (ehemals = vor Google) beliebten Link-Seiten müßten theoretisch die Site schwächen (*1). Genau diese weiterführenden Links sind es aber, die das Internet ausmachen. Und natürlich sind genau diese Seiten kleine Verzeichnisse von manuell geprüften Seiten. Niemand wird in seiner Linkliste Doorway-Pages oder Linkfarmen anführen. Das macht diese Seiten wertvoll und nicht einmal Google konnte sich dem auf Dauer entziehen.

Derzeit ist es so, dass der Google-Algorithmus so abgeändert wurde, dass Seiten die viele (externe) Links enthalten sogar bevorzugt werden, die verlinkten Seiten aber auch nur leicht aufgewertet. Google hat generell eine Vorliebe für themen-orientierte kommentierte Link-Seiten (Hubs) entwickelt - was das explosionsartige Auftreten von Verzeichnissen und Webkatalogen erklärt.

Konkret

In der Praxis ist der PageRank wichtig, aber nicht das Kriterium: Letztlich wird nach Wörtern gesucht und nicht nach dem an sich nichtssagenden PageRank. Der PageRank gibt erst den Ausschlag, wenn sehr viel Konkurrenz vorhanden ist und alle aus Sicht der Suchmaschine so ziemlich den gleichen Inhalt haben. Seiten mit viel PageRank werden öfter gespidert und ab einem gewissen PageRank (>7) geht jeder Trick durch, der auf "normalen" Seiten zur Abwertung führen würde.

Ahja: Zu erwähnen ist noch, dass die Anzeige des PageRank nicht linear ist, es reichen wenige Links, um PageRank 4 zu haben, ein 5er ist schon weit schwerer zu erreichen, für einen 6er muss man etliche Links zusammen schnorren.


Die Anzeige des PageRanks hat wenig mit dem tatsächlichen PageRank einer Site zu tun. Letzterer wird kontinuierlich berechnet, wirkt sich aber nicht sofort aus. Und natürlich hat der angezeigte Wert keinerlei Einfluss auf das tatsächliche Ranking!!!

Seit geraumer Zeit gibt es PageRank-Updates nur unregelmäßig und "ungenau". Auf die Anzeige ist also keinerlei Verlass. Durch diese Strategie wird Linktausch und noch mehr der Handel mit Links unterbunden. Außerdem gibt es Möglichkeiten, beliebig PageRank vorzutäuschen. Es ist also sehr schwer zu sagen, welchen PageRank eine Site wirklich hat.


*1: PageRank fließt nicht durch Rohre: Tatsächlich hat jede Seite den PageRank, der berechnet wurde und dieser PageRank fließt nicht weg - egal, wieviele Links die Seite enthält. In der Praxis gibt aber jede Seite wieder einen Teil des PageRanks auf die Startseite zurück - in einfachsten Fall über den "home"-Link. Wenn eine Seite viele externe Links enthält, fließt weniger zurück und damit wird wiederum die Homepage etwas geschwächt, die ihrerseits wieder weniger an die Unterseiten abgeben kann. Die Berechnung geschieht "iterativ", also: das Ergebnis der Berechnung fließt in mehreren Durchgängen erneut in die Berechnung ein.